Ein Zaubertrank für Gesundheit

Ein Zaubertrank für Gesundheit

Der im Kinderlied so geschmähte "Türkentrank" hat seinen Ruf als Krebs erregendes, Magen belastendes und Herz schädigendes Gebräu wahrlich nicht verdient. Ganz im Gegenteil: Immer mehr Studien belegen die wundersamen Wirkungen des Kaffee-Genusses. WELT ONLINE hat seine positiven Eigenschaften aufgelistet.
Wissenschaftler mögen Kaffee: Sie finden immer mehr Gründe, warum Kaffee der Gesundheit zuträglich ist. Erst jüngst haben Forscher um Paul Nghiem von der Universität von Washington in Seattle herausgefunden, dass Kaffee vor Hautkrebs schützt. Die Forscher haben untersucht, warum Menschen, die viel Kaffee oder Tee trinken, ein geringeres Risiko für ungefährlichere Hautkrebsarten haben (Nicht-Melanome). Menschliche Hautzellen, die sie im Labor mit Koffein behandelt hatten, entarteten nach einer UV-Bestrahlung seltener zu Krebszellen.
Offenbar wirkt das Koffein auf die Zellteilung, und zwar auf ein Enzym, dass bei der „Müllbeseitigung“ in einer Zelle mitwirkt. Wird dieses Enzym aktiviert wird, zerstören sich die Hautzellen selbst. Das Koffein leitete nur bei solchen Zellen den Zelltod ein, die bereits durch UV-Strahlung geschädigt wurden. Damit verhinderte es, dass sie zu Krebszellen werden.
Aber auch in Bezug auf andere Leiden kann das Getränk viele positive Wirkungen vorweisen. Die Gesamtheit der Wirkstoffe kann das Diabetes- und Parkinson-Risiko mindern. Ein Rezept, wie viel und welcher Kaffee der Gesundheit zuliebe zu trinken ist, gibt es noch nicht. Wissenschaftler haben das Getränk erforscht.
Kaffee-Studien - die wichtigsten Erkenntnisse:
- Im Kaffee befinden sich Substanzen, die als Krebserreger geltende "freie Radikale" ausschalten und anti-oxidierend wirken. Nützliche Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium kommen in dem Getränk vor.
- Der Mailänder Pharmakologe Mario Negri fand heraus, dass das Risiko, an Zirrhose zu erkranken, mit Kaffee um 60 bis 80 Prozent sinken kann.
- Eine Tasse Kaffee täglich kann vor Demenz schützen: Das Koffein verhindert, dass hohe Cholesterinmengen die Funktion der Blut-Hirn-Schranke beeinträchtigen. Hinweise haben amerikanische Forscher in Versuchen mit Kaninchen gefunden.
- Kaffeegenuss kann dem Auftreten der Parkinsonkrankheit beim Mann vorbeugen, so eine schwedische Untersuchung. Bei Frauen nach den Wechseljahren sei diese Wirkung bei denjenigen Damen von Interesse, die keine Hormonbehandlung bekommen.
- Das Risiko, an Diabetes 2 zu erkranken, kann durch das Trinken von fünf bis sechs Tassen am Tag um bis zu 50 Prozent gesenkt werden.
- Wissenschaftler der Universität Wien geben an, im Kampf gegen die Oxidation der DNA sei das Getränk wirksamer als Obst und Gemüse. Diese Oxidation gilt als Ursache einiger schwerer Krankheiten, darunter Krebs.
- Doch eine negative Nebenwirkung gibt es da noch: Offenbar neigen Kaffeetrinker auch zum häufigen Konsum von Alkohol und Tabak.